Die Frage nach meinem Lieblingsfilm ist schnell beantwortet. Ich kann schon nicht mehr genau sagen, wie oft ich die "Herr der Ringe"-Trilogie schon angeschaut habe. So auch an diesem Wochenende den 3. Teil. Die Rückkehr des Königs.
"Ihr verbeugt Euch vor niemandem." Allein dieser Satz (überhaupt die ganze Szene) lässt mich dahin schmelzen.
Merkwürdigerweise schaffe ich es allerdings nie, mir die Teile in aller Ruhe von Anfang an anzusehen. Die ersten beiden Stunden fehlen mir grundsätzlich, so auch am Samstag, als mein Plan, mich von Beginn an auf die Rückkehr des Königs vorzubereiten, durch die A-Jugend des FC Neuenburg vereitelt wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.
Sat 1 war so nett und hat für mich den 3. Teil wiederholt. So verbrachte ich eben zusammen mit Resi den Sonntagnachmittag in Mittelerde. Magdalena buk in der Zwischenzeit Weihnachtsplätzen und Linzertorte - jeder eben das, was er am besten kann.
So oft ich sehe, wie König Théoden aus Rohan und (der noch nicht König) Aragorn aus Gondor sich an die Spitze ihrer Truppen setzen und sie einschwören auf den bevorstehenden Kampf um Minas Tirith, so oft frage ich mich, ob unsere Welt eine andere wäre, wenn auch unsere Entscheidungsträger an vorderster Front mit ihren Mannen in den Krieg ziehen müssten. Wenn alle Sesselfurzer (oder Sitzsack- oder Teppichfurzer - je nach Sitzmöbel der Herren Taliban und Führer des IS) sich an die Spitze der von ihnen geführten Schlachten setzen müssten.
Gäbe es weniger Kriege, wenn die Damen und Herren Verteidigungsminister und Staatsoberhäupter an vorderster Front mit Leib und Leben in all den kriegerischen Auseinandersetzungen kämpfen müssten? Wenn sie die schmutzige Arbeit nicht nur delegieren würden? Wenn es nicht nur ab und zu werbewirksame Truppenbesuche fürs Fotoalbum geben würde? Wenn sie aktiver Teil ihrer Truppen wären?
Man weiß es nicht. Das Leben findet eben nicht im Konjunktiv statt.
Gut - die Stellenbeschreibung wäre tatsächlich nicht mehr wahnsinnig attraktiv. Und bei der maroden Ausstattung der Bundeswehr würde es für Ursel von der Leyen und Joachim Gauck wahrscheinlich nur für ein Pferd reichen. Aber immerhin: Für die Befreiung von Minas Tirith und Mittelerde hat das auch gelangt.
Montag, 8. Dezember 2014
Mittwoch, 3. Dezember 2014
Von neuen und alten Besen
Am letzten Sonntag fuhren Bernd und ich mit unserem Schutzengel nach Segnas in Graubünden, um für das Ferienlager der KjG im nächsten Jahr ein Haus zu besichtigen.
Uns hat es etwa 60 km vor Chur einen Reifen zerfetzt, und es war vom Schutzengel furchtbar nett, dass er mitgefahren ist. Es ist weiter nichts passiert, als dass wir den Reifen am Straßenrand wechseln mussten.
Wieso die Haussuche mittlerweile zu meinen Aufgaben innerhalb der Katholischen Seelsorgeeinheit zählt, ist eine lange Geschichte, die mich immer dann wütend macht, wenn ich mir genau diese Frage stelle: Warum ich, beziehungsweise: Warum wir?
Vor langer, langer Zeit, im goldenen Zeitalter der Katholischen Gemeinde in Neuenburg, rief der damalige Pfarrer Schulz das von allen sehr geschätzte Ferienlager für Jugendliche ins Leben. Auch sein Nachfolger setzte die Tradition fort. Selbstverständlich oblag die Organisation und Durchführung in den Händen der hauptamtlichen Leiter der Seelsorgeeinheit.
Dann zogen dunkle Wolken auf und der Himmel verfinsterte sich - also zumindest unserer, die wir als Gruppenleiter und Küchenteamler mit sehr viel Herzblut tätig waren.
Neue Besen kehren nicht immer gut und der neue Besen hatte Stahlborsten, mit denen er alles wegfegte, was nicht in sein katholisches Leitbild passte. Und das läpperte sich.
Gospelchor - hat nichts in der Kirche verloren, Musikgruppe der Jugend - weg damit, Katecheten Kommunion - weg damit, Katecheten Firmung - weg damit, Zahl der Ministranten - nahezu halbiert, usw. usw. Bewährte Strukturen wurden zerstört.
Das neue Gemeindeoberhaupt schien aus der Zeit gefallen zu sein. Einer Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil.
Auch das Ferienlager stand auf seiner Streichliste, allerdings stieß er da auf erheblichen Widerstand. Wenigstens auf Seiten der Leiter und "Küche". Unterstützung aus dem Pfarrgemeinderat erhielten wir nicht. Im Gegenteil: Einige Kleingeister meinten, endlich auf Kosten des Ferienlagers alte Rechnungen begleichen zu müssen. Sie schämten sich nicht dafür, uns ihre Verachtung zu zeigen, obwohl auch ihre Kinder Teilnehmer des Lagers waren. Es wurde die Straßenseite gewechselt, sobald man Gefahr lief, einen "Aufwiegler" grüßen zu müssen. Freundschaften zerbrachen an der Frage: Für oder gegen den neuen Besen. Und wer traut sich zu outen? Man riskierte viel, wenn man sich als "Gegner" offenbarte.
Die Weinigen, die uns im Pfarrgemeinderat unterstützten, warfen entnervt das Handtuch. Ja, so geht es eben zu bei uns Katholen.
Wollten wir das Lager im Sinne seines Gründers am Leben erhalten, mussten wir uns "selbstständig" machen, d.h., wir begaben uns unter das Dach der KjG. Natürlich wurde dieser Schritt mit beleidigenden Äußerungen während einer Pfarrgemeinderatssitzung kommentiert. Irgendwann in der Sitzung bin ich wutentbrannt aufgestanden und bin in den "Salmen" gestürmt.
Wie gesagt, seitdem organisieren wir das Lager. Und dazu gehört eben auch die Haussuche. Das Haus muss vor allem "billig" sein, damit auch Kinder aus weniger betuchten Familien die Möglichkeit haben, am Lager teilzunehmen. Das ist ein Teil dessen, was uns als Christen ausmachen sollte. Und spätestens bei diesem Gedanken packt mich die Wut. Es ist eben nicht unsere Aufgabe, alles, was mit der Durchführung eines Lagers zusammenhängt, ehrenamtlich zu stemmen. Dafür gibt es Hauptamtliche. Es ist ihr Job, für die Gemeinde da zu sein. Und zwar für alle.
Finanziell ist so ein Ferienlager natürlich ein Tanz auf der Rasierklinge. Von der Kirchengemeinde ist leider nichts zu erwarten. Die muss das Geld anderweitig zum Fenster rausschmeißen. Kuchenverkauf nach dem Gottesdienst geht auch nicht mehr - wobei bei der Anzahl der Gottesdiensbesucher mehr als ein Kuchen wohl auch nicht verkauft werden würde. Es bleibt einzig die Papiersammlung mit der Kolpingfamilie, die unser Kässlein auffüllt. Und die Zuschüsse aus was weiß ich für Quellen, die Lisbeth aufgetan hat. Gott sei Dank erfahren wir noch weitere Unterstützung von Firmen Institutionen und Privatpersonen. Ohne sie sähe es wesentlich dusterer aus.
Durch unsere Gemeinde geht nicht nur ein Riss. Wer sich die Grabungsstelle in Neuenburg in der Schlüsselstraße anschaut, kann sich vom Zustand ein ungefähres Bild davon machen. Natürlich gibt es mittlerweile auch welche, die die Seite gewechselt haben und eigentlich auch schon immer auf unserer Seite standen. Heuchler. Da kommt mir die Galle hoch.
Nächstes Jahr kommt wieder ein neuer Besen. Ich beneide ihn nicht. Ich hätte unsere Gemeinde nicht gerne an der Backe.
Uns hat es etwa 60 km vor Chur einen Reifen zerfetzt, und es war vom Schutzengel furchtbar nett, dass er mitgefahren ist. Es ist weiter nichts passiert, als dass wir den Reifen am Straßenrand wechseln mussten.
Wieso die Haussuche mittlerweile zu meinen Aufgaben innerhalb der Katholischen Seelsorgeeinheit zählt, ist eine lange Geschichte, die mich immer dann wütend macht, wenn ich mir genau diese Frage stelle: Warum ich, beziehungsweise: Warum wir?
Vor langer, langer Zeit, im goldenen Zeitalter der Katholischen Gemeinde in Neuenburg, rief der damalige Pfarrer Schulz das von allen sehr geschätzte Ferienlager für Jugendliche ins Leben. Auch sein Nachfolger setzte die Tradition fort. Selbstverständlich oblag die Organisation und Durchführung in den Händen der hauptamtlichen Leiter der Seelsorgeeinheit.
Dann zogen dunkle Wolken auf und der Himmel verfinsterte sich - also zumindest unserer, die wir als Gruppenleiter und Küchenteamler mit sehr viel Herzblut tätig waren.
Neue Besen kehren nicht immer gut und der neue Besen hatte Stahlborsten, mit denen er alles wegfegte, was nicht in sein katholisches Leitbild passte. Und das läpperte sich.
Gospelchor - hat nichts in der Kirche verloren, Musikgruppe der Jugend - weg damit, Katecheten Kommunion - weg damit, Katecheten Firmung - weg damit, Zahl der Ministranten - nahezu halbiert, usw. usw. Bewährte Strukturen wurden zerstört.
Das neue Gemeindeoberhaupt schien aus der Zeit gefallen zu sein. Einer Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil.
Auch das Ferienlager stand auf seiner Streichliste, allerdings stieß er da auf erheblichen Widerstand. Wenigstens auf Seiten der Leiter und "Küche". Unterstützung aus dem Pfarrgemeinderat erhielten wir nicht. Im Gegenteil: Einige Kleingeister meinten, endlich auf Kosten des Ferienlagers alte Rechnungen begleichen zu müssen. Sie schämten sich nicht dafür, uns ihre Verachtung zu zeigen, obwohl auch ihre Kinder Teilnehmer des Lagers waren. Es wurde die Straßenseite gewechselt, sobald man Gefahr lief, einen "Aufwiegler" grüßen zu müssen. Freundschaften zerbrachen an der Frage: Für oder gegen den neuen Besen. Und wer traut sich zu outen? Man riskierte viel, wenn man sich als "Gegner" offenbarte.
Die Weinigen, die uns im Pfarrgemeinderat unterstützten, warfen entnervt das Handtuch. Ja, so geht es eben zu bei uns Katholen.
Wollten wir das Lager im Sinne seines Gründers am Leben erhalten, mussten wir uns "selbstständig" machen, d.h., wir begaben uns unter das Dach der KjG. Natürlich wurde dieser Schritt mit beleidigenden Äußerungen während einer Pfarrgemeinderatssitzung kommentiert. Irgendwann in der Sitzung bin ich wutentbrannt aufgestanden und bin in den "Salmen" gestürmt.
Wie gesagt, seitdem organisieren wir das Lager. Und dazu gehört eben auch die Haussuche. Das Haus muss vor allem "billig" sein, damit auch Kinder aus weniger betuchten Familien die Möglichkeit haben, am Lager teilzunehmen. Das ist ein Teil dessen, was uns als Christen ausmachen sollte. Und spätestens bei diesem Gedanken packt mich die Wut. Es ist eben nicht unsere Aufgabe, alles, was mit der Durchführung eines Lagers zusammenhängt, ehrenamtlich zu stemmen. Dafür gibt es Hauptamtliche. Es ist ihr Job, für die Gemeinde da zu sein. Und zwar für alle.
Finanziell ist so ein Ferienlager natürlich ein Tanz auf der Rasierklinge. Von der Kirchengemeinde ist leider nichts zu erwarten. Die muss das Geld anderweitig zum Fenster rausschmeißen. Kuchenverkauf nach dem Gottesdienst geht auch nicht mehr - wobei bei der Anzahl der Gottesdiensbesucher mehr als ein Kuchen wohl auch nicht verkauft werden würde. Es bleibt einzig die Papiersammlung mit der Kolpingfamilie, die unser Kässlein auffüllt. Und die Zuschüsse aus was weiß ich für Quellen, die Lisbeth aufgetan hat. Gott sei Dank erfahren wir noch weitere Unterstützung von Firmen Institutionen und Privatpersonen. Ohne sie sähe es wesentlich dusterer aus.
Durch unsere Gemeinde geht nicht nur ein Riss. Wer sich die Grabungsstelle in Neuenburg in der Schlüsselstraße anschaut, kann sich vom Zustand ein ungefähres Bild davon machen. Natürlich gibt es mittlerweile auch welche, die die Seite gewechselt haben und eigentlich auch schon immer auf unserer Seite standen. Heuchler. Da kommt mir die Galle hoch.
Nächstes Jahr kommt wieder ein neuer Besen. Ich beneide ihn nicht. Ich hätte unsere Gemeinde nicht gerne an der Backe.
Freitag, 28. November 2014
Total normal
Manchmal ist es in unserem Haus sehr, sehr still. Dann bin ich alleine zu Hause und es gibt nur mich und meinen Tinitus.
Manchmal geht es aber auch zu wie gestern Abend. Dann, wenn sich wie von Zaubererhand plötzlich alle wieder in Küche und Esszimmer versammeln.
Seit McPotter als Bufdi in der Grundschule tätig ist, essen wir immer erst abends. Gestern Abend in Etappen, weil Resi später kam und da sie nicht wusste, um wie viel später, haben McPotter und ich schon mal gegessen.
Der geneigte Leser wird sich mittlerweile fragen, wer McPotter ist und wie sie zu ihrem Namen kam.
Wie McPotter zu ihrem Namen kam:
Letzten Sonntagabend - es war schon nach 23 Uhr - stand unvermittelt Magdalena im Wohnzimmer, ein blutiges Taschentuch an die Stirn gepresst. Ich sah sie erschrocken an und sie meinte, ihr sei ein Glas auf den Kopf gefallen. Über ihrem Bett befindet sich ein Regal auf dem ein Glas stand mit Sand und einer Kerze drin. Und eben dieses Glas fiel wie von Geisterhand runter auf ihren Kopf und nun hat sie eine Schramme auf der Stirn. Meine Reaktion war zugegebenermaßen wenig mütterlich. Anstatt "Oh mein Gott" auszurufen hab ich mich weggeschmissen vor Lachen. Da eben diese Schramme stark an Harry Potter erinnert heißt Magdalena im Moment eben McPotter.
Resi findet das übrigens genial und lässt keine Gelegenheit aus, mit Anspielungen aus H.P. Zaubererwelt aufzuwarten (heute hat dieses verrückte Huhn ihr tatsächlich einen Zauberstab - mit Glitzer - aus Freiburg mitgebracht).
Nach der Winterpause wird sich Guido wohl nach einer neuen Spielerin umsehen müssen. Mit ihrem Nimbus 2000, den es zu Weihnachten gibt, spielt McP. dann nämlich Quidditch.
Resi kam dann auch irgendwann angetrödelt und genoss die frisch zubereiteten Rösti. Resi würde einen Mord für Rösti begehen.
Um die Familie komplett zu machen war Matze auf Stippvisite da und hat die Nudeln-mit-Tomatensoße-Reste gegessen.
Meine Mutter meinte bei diesen Gelegenheiten immer, wenn wir den Opa nicht hätten, müssten wir uns eine Sau anschaffen.
McP saß derweil im Wohnzimmer auf dem Boden und betätigte sich kreativ. Katze Emmely saß in ihrer Kiste und ließ sie dabei nicht aus den Augen. Sie wartete wohl auf eine gute Gelegenheit, den Wasserbecher umzuschmeißen.
Liebe Katzenbesitzer:
Spart euch die Ausgabe, eurer Katze teure Kuschelhöhlen aus Plüsch oder Fellimitat zu kaufen. Bestellt euch ein Paar Winterstiefel und gebt eurer Mietze den Karton. Ist billiger, und ihr habt auch noch was davon!
Dann kamen wir auf das Thema Immobilien zu sprechen und Matze meinte, er an unserer Stelle würde das Haus verkaufen und sich ein schönes Leben machen. Bernie war sofort begeistert und erklärte, ihm sei das Haus sowieso zu groß. Wir könnten uns doch ein Wohnmobil kaufen und in der Gegend rumgondeln. Und wenn wir nicht rumgondeln, auf dem Campingplatz Gugel in Neuenburg stehen. Klar, super Idee.
Es entwickelten sich weitere mehr oder weniger interessante Gespräche über Grabsteininschriften, Weihnachtsgeschenke und die Frage, ob Matze wirklich Ähnlichkeit mit Bushido hat.
Dank diverser Weihnachtsfeiern hat sich Resi zur wahren Königin des Mousse-au-Chocolat entwickelt. Nach dem Abendessen hieß es auch gestern wieder, ran an den Mixer und frisch ans Werk. Und ja, man kann lauter reden als der Mixer kreischt.
Von Stille also weit und breit keine Spur.
Im Moment ist es wieder sehr, sehr still. McP. ist auf Hogwarts, Resi auf Weihnachtsfeier und Bernie, klar, für den FC Neuenburg aktiv. Vielleicht kommt ja Matze noch vorbei. Ich hätte da noch Linsensuppe übrig.
Manchmal geht es aber auch zu wie gestern Abend. Dann, wenn sich wie von Zaubererhand plötzlich alle wieder in Küche und Esszimmer versammeln.
Seit McPotter als Bufdi in der Grundschule tätig ist, essen wir immer erst abends. Gestern Abend in Etappen, weil Resi später kam und da sie nicht wusste, um wie viel später, haben McPotter und ich schon mal gegessen.
Der geneigte Leser wird sich mittlerweile fragen, wer McPotter ist und wie sie zu ihrem Namen kam.
Wie McPotter zu ihrem Namen kam:
Letzten Sonntagabend - es war schon nach 23 Uhr - stand unvermittelt Magdalena im Wohnzimmer, ein blutiges Taschentuch an die Stirn gepresst. Ich sah sie erschrocken an und sie meinte, ihr sei ein Glas auf den Kopf gefallen. Über ihrem Bett befindet sich ein Regal auf dem ein Glas stand mit Sand und einer Kerze drin. Und eben dieses Glas fiel wie von Geisterhand runter auf ihren Kopf und nun hat sie eine Schramme auf der Stirn. Meine Reaktion war zugegebenermaßen wenig mütterlich. Anstatt "Oh mein Gott" auszurufen hab ich mich weggeschmissen vor Lachen. Da eben diese Schramme stark an Harry Potter erinnert heißt Magdalena im Moment eben McPotter.
Resi findet das übrigens genial und lässt keine Gelegenheit aus, mit Anspielungen aus H.P. Zaubererwelt aufzuwarten (heute hat dieses verrückte Huhn ihr tatsächlich einen Zauberstab - mit Glitzer - aus Freiburg mitgebracht).
Nach der Winterpause wird sich Guido wohl nach einer neuen Spielerin umsehen müssen. Mit ihrem Nimbus 2000, den es zu Weihnachten gibt, spielt McP. dann nämlich Quidditch.
Resi kam dann auch irgendwann angetrödelt und genoss die frisch zubereiteten Rösti. Resi würde einen Mord für Rösti begehen.
Um die Familie komplett zu machen war Matze auf Stippvisite da und hat die Nudeln-mit-Tomatensoße-Reste gegessen.
Meine Mutter meinte bei diesen Gelegenheiten immer, wenn wir den Opa nicht hätten, müssten wir uns eine Sau anschaffen.
McP saß derweil im Wohnzimmer auf dem Boden und betätigte sich kreativ. Katze Emmely saß in ihrer Kiste und ließ sie dabei nicht aus den Augen. Sie wartete wohl auf eine gute Gelegenheit, den Wasserbecher umzuschmeißen.
Liebe Katzenbesitzer:
Spart euch die Ausgabe, eurer Katze teure Kuschelhöhlen aus Plüsch oder Fellimitat zu kaufen. Bestellt euch ein Paar Winterstiefel und gebt eurer Mietze den Karton. Ist billiger, und ihr habt auch noch was davon!
Dann kamen wir auf das Thema Immobilien zu sprechen und Matze meinte, er an unserer Stelle würde das Haus verkaufen und sich ein schönes Leben machen. Bernie war sofort begeistert und erklärte, ihm sei das Haus sowieso zu groß. Wir könnten uns doch ein Wohnmobil kaufen und in der Gegend rumgondeln. Und wenn wir nicht rumgondeln, auf dem Campingplatz Gugel in Neuenburg stehen. Klar, super Idee.
Es entwickelten sich weitere mehr oder weniger interessante Gespräche über Grabsteininschriften, Weihnachtsgeschenke und die Frage, ob Matze wirklich Ähnlichkeit mit Bushido hat.
Dank diverser Weihnachtsfeiern hat sich Resi zur wahren Königin des Mousse-au-Chocolat entwickelt. Nach dem Abendessen hieß es auch gestern wieder, ran an den Mixer und frisch ans Werk. Und ja, man kann lauter reden als der Mixer kreischt.
Von Stille also weit und breit keine Spur.
Im Moment ist es wieder sehr, sehr still. McP. ist auf Hogwarts, Resi auf Weihnachtsfeier und Bernie, klar, für den FC Neuenburg aktiv. Vielleicht kommt ja Matze noch vorbei. Ich hätte da noch Linsensuppe übrig.
Dienstag, 25. November 2014
Streich-Liste
Es ist schon eine besondere Atmosphäre "auf Nord" im Schwarzwaldstadion, das eigentlich immer noch das Dreisamstadion ist und sowieso Achim-Stocker-Stadion heißen müsste. Keine Frage also, wo ich alle vierzehn Tage meine Samstagnachmittage verbringe. Immer mit derselben Clique.
"Hey cool, dein neuer Bürkini steht dir wirklich gut.", werde ich von meiner besten Freundin begrüßt.
"Ja, gell, der macht ein schlankes Knie und in den Vereinsfarben ist er auch noch."
"Du, ist eigentlich der Dari da?", suchend schaue ich mich um.
"Nein, der ist mit Rovic noch unterwegs." Klar, es ist auch nicht einfach, sich bis zum Stadion durchzuschlagen. Proppevolle Straßenbahnen, Autokorso schon vor dem Spiel. Wird Zeit, dass der SC ein neues Stadion kriegt.
"Guede morge zemme." Mein Stehplatznachbar hat sich unbemerkt neben mich geschlichen und mich ziemlich erschreckt.
"Morgen ist gut. Hast du mal auf die Uhr geschaut? Aber wahrscheinlich bist du eben erst aufgestanden."
"Das hast du mal wieder haarscharf erkannt.", grinst er mich an.
"Dafür, dass du mich so erschreckt hast, holst du mir jetzt ein Bier. Aber mehm Edi mit, der soll dir tragen helfen. Und frag mein Männe, ob er auch eins will. Vielleicht günt er sich ja auch mal ein Bier statt einem Schorle.", gebe ich die erste Bestellung in Auftrag.
"Das hättest du auch höfler sagen können.", erwidert unser Gango und trollt sich davon Richtung Verpflegungsstand.
"Hast du eigentlich die Stadionzeitung gekauft?" Ich wusste, da fehlt doch noch was, um den Nachmittag perfekt zu machen.
"Nö, noch nicht. Und ich hab auch kein Kleingeld."
"Dann klaus halt.", werde ich unverblümt zu einer Straftat aufgefordert.
"Kommt ja gar nicht in Frage. Und außerdem fängt das Spiel gleich an. Also auf geht's. Badnerlied singen."
Das Spiel kostet wie immer Nerven und Männe ist doch auf Schorle umgestiegen. "Der Wein hat Kerk.", mault er, während es auf dem Spielfeld ganz schön zur Sache geht.
"Der neue Stürmer macht sich gut.", gebe ich meinen ungebetenen Kommentar ab.
"Klar, weil er auch wahnsinnig viele Torre jon geschossen hat.", werde ich gemaßregelt. Blödmann.
"Wenigstens geht er shahin, wo's weh tut." Kaum habe ich den Satz beendet, wird mein Stürmer übel gefoult. Da hilft wohl nur noch Frantzbranntwein.
Das Spiel ist aus. Die Punkte bleiben in Freiburg. Klar, auch dank der großartigen Fans.
"Und, was meint ihr? Wie sieht es aus mit dem Klassenerhalt?" In Freiburg leider immer ein Thema.
"Für die nächste Saison schmid ich da mal lieber keine Pläne.", meint Männe gewohnt pessimistisch.
"Ach sorg dich nicht, mein Lieber. Ist noch immer gut gegangen."
"Hey cool, dein neuer Bürkini steht dir wirklich gut.", werde ich von meiner besten Freundin begrüßt.
"Ja, gell, der macht ein schlankes Knie und in den Vereinsfarben ist er auch noch."
"Du, ist eigentlich der Dari da?", suchend schaue ich mich um.
"Nein, der ist mit Rovic noch unterwegs." Klar, es ist auch nicht einfach, sich bis zum Stadion durchzuschlagen. Proppevolle Straßenbahnen, Autokorso schon vor dem Spiel. Wird Zeit, dass der SC ein neues Stadion kriegt.
"Guede morge zemme." Mein Stehplatznachbar hat sich unbemerkt neben mich geschlichen und mich ziemlich erschreckt.
"Morgen ist gut. Hast du mal auf die Uhr geschaut? Aber wahrscheinlich bist du eben erst aufgestanden."
"Das hast du mal wieder haarscharf erkannt.", grinst er mich an.
"Dafür, dass du mich so erschreckt hast, holst du mir jetzt ein Bier. Aber mehm Edi mit, der soll dir tragen helfen. Und frag mein Männe, ob er auch eins will. Vielleicht günt er sich ja auch mal ein Bier statt einem Schorle.", gebe ich die erste Bestellung in Auftrag.
"Das hättest du auch höfler sagen können.", erwidert unser Gango und trollt sich davon Richtung Verpflegungsstand.
"Hast du eigentlich die Stadionzeitung gekauft?" Ich wusste, da fehlt doch noch was, um den Nachmittag perfekt zu machen.
"Nö, noch nicht. Und ich hab auch kein Kleingeld."
"Dann klaus halt.", werde ich unverblümt zu einer Straftat aufgefordert.
"Kommt ja gar nicht in Frage. Und außerdem fängt das Spiel gleich an. Also auf geht's. Badnerlied singen."
Das Spiel kostet wie immer Nerven und Männe ist doch auf Schorle umgestiegen. "Der Wein hat Kerk.", mault er, während es auf dem Spielfeld ganz schön zur Sache geht.
"Der neue Stürmer macht sich gut.", gebe ich meinen ungebetenen Kommentar ab.
"Klar, weil er auch wahnsinnig viele Torre jon geschossen hat.", werde ich gemaßregelt. Blödmann.
"Wenigstens geht er shahin, wo's weh tut." Kaum habe ich den Satz beendet, wird mein Stürmer übel gefoult. Da hilft wohl nur noch Frantzbranntwein.
Das Spiel ist aus. Die Punkte bleiben in Freiburg. Klar, auch dank der großartigen Fans.
"Und, was meint ihr? Wie sieht es aus mit dem Klassenerhalt?" In Freiburg leider immer ein Thema.
"Für die nächste Saison schmid ich da mal lieber keine Pläne.", meint Männe gewohnt pessimistisch.
"Ach sorg dich nicht, mein Lieber. Ist noch immer gut gegangen."
Dienstag, 18. November 2014
Essensplan
Schon seit vielen Jahren gibt es bei uns einen sogenannten Essensplan. Am Sonntagabend, spätestens am Montagmorgen, schreibe ich in einem Kalender für jeden Tag der Woche auf, was es zu essen gibt. Mit Einkaufsliste für Bernie, der unsere Einkäufe erledigt. Müsste ich einkaufen gehen, säße ich wohl schon längst im Knast, weil ich angesichts dessen, was in den Läden abgeht, sicher schon Amok gelaufen wäre. Kann mir mal einer erklären, wieso man erst minutenlang in den Untiefen einer Handtasche in Reisetaschenformat nach dem Geldbeutel wühlen muss, nachdem die gekaufte Ware schon längst gescannt wurde? Das macht mich irre. Als ob das Bezahlen wahnsinnig überraschend kommt. Aber das nur am Rande.
Wer unseren Essensplan genauer liest wird feststellen, dass sich meine Menues etwa alle vierzehn Tage wiederholen. Die Schnittmenge dessen, was alle Familienmitglieder essen, liegt nämlich in überschaubaren Grenzen.
Resi ist relativ pflegeleicht, allerdings isst sie nicht soooo gerne Linseneintopf, Pfannkuchen, Sahnesoßen und Bolognese. Merkwürdigerweise isst sie dagegen gerne Lasagne, Chili con Carne und Pizzasuppe (aus Hackfleisch). Aber ansonsten schreckt sie relativ wenig, was auf den Teller kommt. Nein, auch kein Meerschweinchen oder in Blut gesottene Schweineschwarte.
Bernie ist es eigentlich egal, was der Essensplan spricht. Hauptsache, es ist Fleisch. Allerdings muss es fettes Fleisch sein. Wohingegen ich der Meinung bin, zweimal die Woche Fleisch reicht völlig aus.
Hackfleisch zählt - wie der Name schon sagt - für Bernie nicht zu Fleisch. Außerdem ist er wenig begeistert von Bolognese und möchte lieber ein Haschee. Und wehe, es befinden sich Zwiebeln in gekochter Form im Essen. Da kann er schon stinkig werden. Es sei denn, er "kocht" sich ein Dosengericht.
Mäc hingegen ist ganz klar mein kulinarisches Sorgenkind. Gemüse nur in Form von Erbsen, Karotten und Paprika, kein Rindfleisch (außer Rouladen), kein Fisch und auch Pfannkuchen rufen keine Begeisterungsstürme hervor - ich frage mich heute noch, wie das Kind derart moppelig nach drei Monaten Chile wieder nach Hause kam.
Je nach Mäcs Spielplan gibt es an Spieltagen auf jeden Fall etwas mit Nudeln - wegen der Kohlenhydrate. Also meist beschränkt sich dann mein Angebot auf Spaghetti mit Tomatensoße. Aber ohne Kräuter.
Doch auch von mir kann ich nicht wirklich behaupten, alles zu essen. Auf meinen Teller kommt auf keinen Fall fettes Fleisch, Kalb, Lamm, Kaninchen, Spanferkel, Gänseleber, Hirn, Schnecken oder Froschschenkel. Und seit einem traumatischen Kindheitserlebnis auch kein Grießbrei. Sehr gerne esse ich übrigens Maultaschen. Leider der Rest der Familie nicht. Gott sei Dank hat sich mit Simon ein Mitesser gefunden. Und da er mengenmäßig die Portion einer fünfköpfigen Familie vertilgt, lohnt es sich, auch mal Maultaschen nur für zwei Personen zu machen.
Den Preis als bester Resteverwerter gebührt eindeutig meinem Mann. Bernie isst zur Not vier Tage das gleiche. Oder er schmeißt alles auf einen Teller nach dem Motto "willst du das, oder hast du das schon gegessen?" Es sei denn, es gab Reis. Den mag er nämlich nicht so wahnsinnig gerne. Das kann dann schon mal sein, dass der Reisrest im Müll landet, nachdem er eine Woche im Kühlschrank vor sich hin lümmelte und langsam ein Eigenleben entwickelte. Unsere Tiere kriegen nichts vom Tisch, was Katze Emmely noch nicht ganz verinnerlicht hat. Sie unbeaufsichtigt in der Küche zu lassen wird meist gnadenlos bestraft.
Wie gesagt: Alles nicht so einfach. Manchmal schaffen es auch neue Gerichte auf den Plan. Ich muss eben nur ganz genau die Zutatenliste studieren. Und zur allergrößten Not gibt es immer noch Tiefkühlpizza. Wenigstens für die Mädels und mich. Bernie mag nämlich keine Fertigpizza. Nur ab und zu meine selbstgemachte mit Meeresfrüchten. Wobei diese die Mädels nicht mögen und ich sie nicht essen darf - Muscheln sind nichts für mich.
Heute? Heute gibt es Flammkuchen (wir essen immer erst abends). Also für die Resi, Mäc und mich. Für Mäc allerdings ohne Zwiebeln und nur mit wenig Speck ...
Wer unseren Essensplan genauer liest wird feststellen, dass sich meine Menues etwa alle vierzehn Tage wiederholen. Die Schnittmenge dessen, was alle Familienmitglieder essen, liegt nämlich in überschaubaren Grenzen.
Resi ist relativ pflegeleicht, allerdings isst sie nicht soooo gerne Linseneintopf, Pfannkuchen, Sahnesoßen und Bolognese. Merkwürdigerweise isst sie dagegen gerne Lasagne, Chili con Carne und Pizzasuppe (aus Hackfleisch). Aber ansonsten schreckt sie relativ wenig, was auf den Teller kommt. Nein, auch kein Meerschweinchen oder in Blut gesottene Schweineschwarte.
Bernie ist es eigentlich egal, was der Essensplan spricht. Hauptsache, es ist Fleisch. Allerdings muss es fettes Fleisch sein. Wohingegen ich der Meinung bin, zweimal die Woche Fleisch reicht völlig aus.
Hackfleisch zählt - wie der Name schon sagt - für Bernie nicht zu Fleisch. Außerdem ist er wenig begeistert von Bolognese und möchte lieber ein Haschee. Und wehe, es befinden sich Zwiebeln in gekochter Form im Essen. Da kann er schon stinkig werden. Es sei denn, er "kocht" sich ein Dosengericht.
Mäc hingegen ist ganz klar mein kulinarisches Sorgenkind. Gemüse nur in Form von Erbsen, Karotten und Paprika, kein Rindfleisch (außer Rouladen), kein Fisch und auch Pfannkuchen rufen keine Begeisterungsstürme hervor - ich frage mich heute noch, wie das Kind derart moppelig nach drei Monaten Chile wieder nach Hause kam.
Je nach Mäcs Spielplan gibt es an Spieltagen auf jeden Fall etwas mit Nudeln - wegen der Kohlenhydrate. Also meist beschränkt sich dann mein Angebot auf Spaghetti mit Tomatensoße. Aber ohne Kräuter.
Doch auch von mir kann ich nicht wirklich behaupten, alles zu essen. Auf meinen Teller kommt auf keinen Fall fettes Fleisch, Kalb, Lamm, Kaninchen, Spanferkel, Gänseleber, Hirn, Schnecken oder Froschschenkel. Und seit einem traumatischen Kindheitserlebnis auch kein Grießbrei. Sehr gerne esse ich übrigens Maultaschen. Leider der Rest der Familie nicht. Gott sei Dank hat sich mit Simon ein Mitesser gefunden. Und da er mengenmäßig die Portion einer fünfköpfigen Familie vertilgt, lohnt es sich, auch mal Maultaschen nur für zwei Personen zu machen.
Den Preis als bester Resteverwerter gebührt eindeutig meinem Mann. Bernie isst zur Not vier Tage das gleiche. Oder er schmeißt alles auf einen Teller nach dem Motto "willst du das, oder hast du das schon gegessen?" Es sei denn, es gab Reis. Den mag er nämlich nicht so wahnsinnig gerne. Das kann dann schon mal sein, dass der Reisrest im Müll landet, nachdem er eine Woche im Kühlschrank vor sich hin lümmelte und langsam ein Eigenleben entwickelte. Unsere Tiere kriegen nichts vom Tisch, was Katze Emmely noch nicht ganz verinnerlicht hat. Sie unbeaufsichtigt in der Küche zu lassen wird meist gnadenlos bestraft.
Wie gesagt: Alles nicht so einfach. Manchmal schaffen es auch neue Gerichte auf den Plan. Ich muss eben nur ganz genau die Zutatenliste studieren. Und zur allergrößten Not gibt es immer noch Tiefkühlpizza. Wenigstens für die Mädels und mich. Bernie mag nämlich keine Fertigpizza. Nur ab und zu meine selbstgemachte mit Meeresfrüchten. Wobei diese die Mädels nicht mögen und ich sie nicht essen darf - Muscheln sind nichts für mich.
Heute? Heute gibt es Flammkuchen (wir essen immer erst abends). Also für die Resi, Mäc und mich. Für Mäc allerdings ohne Zwiebeln und nur mit wenig Speck ...
Freitag, 14. November 2014
Liebes Internet,
nach langer, langer Zeit der Zusammenarbeit ist es an der Zeit, dass ich mich bei dir bedanke. Ich finde dich toll.
Obwohl ich den größten Teil meines Lebens ohne dich verbracht habe, kann ich mir ein Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen.
Was wäre ich ohne das tägliche Checken meiner Mails, ohne Spiegel, Stern und BZ, die mir den Irrsinn der Welt frei Haus liefern. Vor allem das Forum der Badischen Zeitung erheitert dabei mein Gemüt. Wenn sich Herr M.S.-R. mit Herrn W.K. und Herrn U. A. und vielen anderen schon seit Monaten verbal die immer gleichen Argumente für oder gegen ein neues SC Stadion in Freiburg um die Augen hauen. Herrlich.
Ich liebe den Postillon mit seinen irrwitzigen Meldungen und seinem Sprachwitz. Und noch besser sind mittlerweile die Kommentare zu eben diesen Meldungen. Obwohl sie manchmal schon erschrecken.
Ich finde es toll, dass ich nicht bis zu meinem nächsten Friseurbesuch warten muss, bis ich den neusten Tratsch und Klatsch der Reichen und Schönen lesen kann. Gibt es tatsächliche Menschen, die den Schwachsinn, der da verbreitet wird, glauben?
Ich muss nicht gleich ein ganzes Kochbuch kaufen, um in der Küche ein neues Rezept auszuprobieren.
Meine Mädels waren tausende Kilometer weit weg auf einem anderen Kontinent und trotzdem waren sie mir nah. Du lässt die Welt kleiner werden.
Du stehst mir mit deinem schier unendlichen Fundus an Wissen mit Rat zur Seite.
Natürlich ist das alles nicht umsonst zu haben. Das verstehe ich. Und deshalb macht es mir auch nichts aus, dass ich mit Werbung konfrontiert werde.
Es geht mir allerdings tierisch auf den Sender, wenn sich plötzlich ein debil blickender TechNick von unten hoch ins Bild schiebt und ein Weiterlesen unmöglich macht. Bis ich herausgefunden habe, wo das hellgraue "x" zum Wegdrücken der Werbung ist, ist es zu spät. Gestern fuhr plötzlich ein Lastwagen von rechts nach links mitten durchs Bild. Bitte lass das sein!
Ich finde es auch nicht witzig, wenn ich gerade einen Artikel lese und plötzlich wird das ganze Bild nach unten verschoben, weil mir von oben eine Versicherung für Zahnersatz angeboten wird.
Könntest du auch der Marketingabteilung von "OTTO" mitteilen, dass es bestimmt unzählige Artikel gibt, die ich brauchen könnte. Ein Klebe-BH gehört aber ganz bestimmt nicht dazu. In meinem Alter ist Werbung mit wohlgeformten Brüsten, die mich ständig höhnisch anblicken, eher deprimierend.
Gestern liefen halbnackte, alte, runzlige Männer durchs Bild. Ich habe keine Ahnung, worum es ging. Tolle Werbung, bei der man keine Lust hat, sie zu Ende zu sehen.
Liebes Internet, ich brauche keine neues Handy, keinen Sofortkredit, keine neue Brille und ich habe keine Ahnung, was ich mit Viagra anfangen soll. Da wir von Vodafone schon lange keine Kunden mehr sind ist es zwecklos, mir weismachen zu wollen, ich müsste die angehängte Rechnung der Mail öffnen. Das gilt auch für Transaktionen bei der Volksbank. Zu blöd - wir sind Kunden der Sparkasse. Sorry, nix mit Trojanern, Viren und sonstigem Müll. Aber halt wahnsinnig ärgerlich.
Wie gesagt, ich liebe dich. Aber nervig bist du manchmal schon.
Obwohl ich den größten Teil meines Lebens ohne dich verbracht habe, kann ich mir ein Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen.
Was wäre ich ohne das tägliche Checken meiner Mails, ohne Spiegel, Stern und BZ, die mir den Irrsinn der Welt frei Haus liefern. Vor allem das Forum der Badischen Zeitung erheitert dabei mein Gemüt. Wenn sich Herr M.S.-R. mit Herrn W.K. und Herrn U. A. und vielen anderen schon seit Monaten verbal die immer gleichen Argumente für oder gegen ein neues SC Stadion in Freiburg um die Augen hauen. Herrlich.
Ich liebe den Postillon mit seinen irrwitzigen Meldungen und seinem Sprachwitz. Und noch besser sind mittlerweile die Kommentare zu eben diesen Meldungen. Obwohl sie manchmal schon erschrecken.
Ich finde es toll, dass ich nicht bis zu meinem nächsten Friseurbesuch warten muss, bis ich den neusten Tratsch und Klatsch der Reichen und Schönen lesen kann. Gibt es tatsächliche Menschen, die den Schwachsinn, der da verbreitet wird, glauben?
Ich muss nicht gleich ein ganzes Kochbuch kaufen, um in der Küche ein neues Rezept auszuprobieren.
Meine Mädels waren tausende Kilometer weit weg auf einem anderen Kontinent und trotzdem waren sie mir nah. Du lässt die Welt kleiner werden.
Du stehst mir mit deinem schier unendlichen Fundus an Wissen mit Rat zur Seite.
Natürlich ist das alles nicht umsonst zu haben. Das verstehe ich. Und deshalb macht es mir auch nichts aus, dass ich mit Werbung konfrontiert werde.
Es geht mir allerdings tierisch auf den Sender, wenn sich plötzlich ein debil blickender TechNick von unten hoch ins Bild schiebt und ein Weiterlesen unmöglich macht. Bis ich herausgefunden habe, wo das hellgraue "x" zum Wegdrücken der Werbung ist, ist es zu spät. Gestern fuhr plötzlich ein Lastwagen von rechts nach links mitten durchs Bild. Bitte lass das sein!
Ich finde es auch nicht witzig, wenn ich gerade einen Artikel lese und plötzlich wird das ganze Bild nach unten verschoben, weil mir von oben eine Versicherung für Zahnersatz angeboten wird.
Könntest du auch der Marketingabteilung von "OTTO" mitteilen, dass es bestimmt unzählige Artikel gibt, die ich brauchen könnte. Ein Klebe-BH gehört aber ganz bestimmt nicht dazu. In meinem Alter ist Werbung mit wohlgeformten Brüsten, die mich ständig höhnisch anblicken, eher deprimierend.
Gestern liefen halbnackte, alte, runzlige Männer durchs Bild. Ich habe keine Ahnung, worum es ging. Tolle Werbung, bei der man keine Lust hat, sie zu Ende zu sehen.
Liebes Internet, ich brauche keine neues Handy, keinen Sofortkredit, keine neue Brille und ich habe keine Ahnung, was ich mit Viagra anfangen soll. Da wir von Vodafone schon lange keine Kunden mehr sind ist es zwecklos, mir weismachen zu wollen, ich müsste die angehängte Rechnung der Mail öffnen. Das gilt auch für Transaktionen bei der Volksbank. Zu blöd - wir sind Kunden der Sparkasse. Sorry, nix mit Trojanern, Viren und sonstigem Müll. Aber halt wahnsinnig ärgerlich.
Wie gesagt, ich liebe dich. Aber nervig bist du manchmal schon.
Montag, 10. November 2014
Punkt 12 oder Die tägliche Seife
"Das war aber nicht unbedingt das perfekte Dinner", meinte Bernie und schob seinen Teller zur Seite.
"Damit habe ich ausnahmsweise nichts zu tun," erwiderte ich. "Die Mädels haben gekocht, wobei ihr Wirken mehr einer Küchenschlacht glich."
"Diese Meinung habt ihr aber Exclusiv". Mäc funkelte uns wütend an. Ein ganz normales Gespräch am Mittagstisch, wie bei Familien im Brennpunkt eben üblich. Und so langsam wurde es Explosiv.
"Soll ich euch mal erzählen How I met your Mother?", wechselte Bernie das Thema.
"Nein!", kam es unisono und sehr energisch aus Richtung unserer Mädels. "Die Story haben wir schon hundert Mal gehört. Verbotene Liebe und all der Käse." Resi brachte es mal wieder in einem Satz auf den Punkt.
"Das ist eben mein dunkles Geheimnis.", Bernie gab so schnell nicht auf.
"Unter uns. Wo ist eigentlich Matze?". Auch mir war das Thema zu Brisant.
" Der ist als Topfgeldjäger unterwegs auf Streife mit der SOKO Kitzbühel. Sie beschatten eine Shopping Queen, da gibt es offensichtlich Verdachtsfälle. Anschließend hat er noch einen Termin bei Richterin Barbara Salesch oder Richter Alexander Holt. Also einem von den beiden. Außerdem hat er ein New Girl.", klärte mich Mäc auf.
"Um Himmels Willen. Der hat doch einen Knall. Und keinen kleinen, wenn ich das mal sagen darf."
"Ach Mutti, du immer mit deiner Big Bang Theory." Irgendwie hatte ich das Gefühl, Resi nimmt mich mal wieder nicht ernst.
"Du hast ja Recht. Seit er mir Rote Rosen geschenkt hat, sollte ich nachsichtiger sein.
"Hilf mir doch, ich möchte Jonas eine Karte schicken. Weißt du die Postleitzahl?", Resi neigte schon immer zur Theatralik.
" Köln 50667", gelassen beantwortete Mäc Resis Frage. Was alle am Tisch erstaunte, da sie, seit die Damen des FC Neuenburg im Endspiel zum DFB Pokal standen, nur noch eins im Kopf hatte: Berlin Tag und Nacht.
Dass wir uns so gut verstehen, ist bei unseren Family Stories sowieso alles was zählt. Klar gibt es mal gute Zeiten, schlechte Zeiten, aber sonst ... Und wer meint, ich erzähle hier lauter Lügen, dem rufe ich zu: Verklag mich doch!
"Damit habe ich ausnahmsweise nichts zu tun," erwiderte ich. "Die Mädels haben gekocht, wobei ihr Wirken mehr einer Küchenschlacht glich."
"Diese Meinung habt ihr aber Exclusiv". Mäc funkelte uns wütend an. Ein ganz normales Gespräch am Mittagstisch, wie bei Familien im Brennpunkt eben üblich. Und so langsam wurde es Explosiv.
"Soll ich euch mal erzählen How I met your Mother?", wechselte Bernie das Thema.
"Nein!", kam es unisono und sehr energisch aus Richtung unserer Mädels. "Die Story haben wir schon hundert Mal gehört. Verbotene Liebe und all der Käse." Resi brachte es mal wieder in einem Satz auf den Punkt.
"Das ist eben mein dunkles Geheimnis.", Bernie gab so schnell nicht auf.
"Unter uns. Wo ist eigentlich Matze?". Auch mir war das Thema zu Brisant.
" Der ist als Topfgeldjäger unterwegs auf Streife mit der SOKO Kitzbühel. Sie beschatten eine Shopping Queen, da gibt es offensichtlich Verdachtsfälle. Anschließend hat er noch einen Termin bei Richterin Barbara Salesch oder Richter Alexander Holt. Also einem von den beiden. Außerdem hat er ein New Girl.", klärte mich Mäc auf.
"Um Himmels Willen. Der hat doch einen Knall. Und keinen kleinen, wenn ich das mal sagen darf."
"Ach Mutti, du immer mit deiner Big Bang Theory." Irgendwie hatte ich das Gefühl, Resi nimmt mich mal wieder nicht ernst.
"Du hast ja Recht. Seit er mir Rote Rosen geschenkt hat, sollte ich nachsichtiger sein.
"Hilf mir doch, ich möchte Jonas eine Karte schicken. Weißt du die Postleitzahl?", Resi neigte schon immer zur Theatralik.
" Köln 50667", gelassen beantwortete Mäc Resis Frage. Was alle am Tisch erstaunte, da sie, seit die Damen des FC Neuenburg im Endspiel zum DFB Pokal standen, nur noch eins im Kopf hatte: Berlin Tag und Nacht.
Dass wir uns so gut verstehen, ist bei unseren Family Stories sowieso alles was zählt. Klar gibt es mal gute Zeiten, schlechte Zeiten, aber sonst ... Und wer meint, ich erzähle hier lauter Lügen, dem rufe ich zu: Verklag mich doch!
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